Interview: „Auf das Team kommt es an!“

Auf das Team kommt es an

Hubert Schwarz hat sich den Fragen von Journalist Jörg Wurdak gestellt. Im Gespräche ging es über Teamarbeit und Personalentwicklung.

F: Sie unterstreichen immer wieder die Wichtigkeit von Teamarbeit. Welche Funktion hat ein Team beim Radfahren und in Unternehmen?

Auch wenn ich alleine auf dem Rad sitze und jeden Kilometer auch selbst fahren muss, habe ich ohne mein Team keine Chance. Das Team unterstützt mich nicht nur logistisch, materiell und organisiert Verpflegung, es hat vor allem einen starken Einfluss auf meine Leistung. Ein gutes Team stärkt den Einzelnen!

Ähnlich ist es in Unternehmen. Sind es Menschen, die dich blockieren oder sind es Menschen, die dich in deinem Tun fördern und unterstützen. In Unternehmen bzw. für Führungskräfte ist es von großer Wichtigkeit, die richtigen Teams zusammen zu stellen bzw. deren Teamfähigkeit zu fördern.

F: Wie verhalten sich Führungskräfte ihrem Team gegenüber?

Sie sollten als Vorbild agieren, inspirieren und sich immer wieder selbst reflektieren. Führungskräfte sollen sich ganz auf Menschen und ihre Fähigkeiten konzentrieren, weniger auf Strukturen und Prozesse. Der Chef fungiert als erster unter Gleichen, mit dem klaren Auftrag, aus den Fähigkeiten von Menschen das Beste zu machen. Es geht heutzutage um Sinnvermittlung und echtes Interesse am ganzen Menschen, nicht nur am Mitarbeiter.

F: Wie kann eine Führungskraft konkret die Teamfähigkeit fördern?

Führungskräfte müssen eine tragfähige Teamkultur zusammen mit den Mitarbeitern entwickeln. Menschen in Systemen haben unterschiedliche Ziele, Wertvorstellungen und verschiedene Kompetenzen. Führungskräfte müssen verstehen, was Mitarbeiter, denken, fühlen und tun. Sie müssen individuell führen. Gerade diese Individualität und Vielfalt sind entscheidende Stärken von Teams. Diese Unterschiedlichkeit darf von Führungskräften nicht als Bedrohung wahrgenommen werden.

F: Wie können kleine und mittelständische Betriebe dies auch mit einem eintägigen Training erreichen?

Aktivierende Teamübungen und ein anderer Blickwinkel jenseits des Firmenalltags helfen, häufig eingefahrene Sichtweisen aufzubrechen und Menschen zu „bewegen“. Oft jedoch werden Maßnahmen nach dem Motto: „Wir müssen da mal was machen…“, geplant und auch so angefragt. Meist lautet die Frage hinterher: Was brachte das Ganze nun? Umgekehrt muss die Frage lauten: Wie unterstützen die Betriebe den Transfer des Trainings im Firmenalltag? Wie konkret sind die Zielsetzungen und Erwartungen? Der Transfer des Trainings in das Unternehmen muss sinnvoll gestaltet werden.

F: Was können mittelständische Unternehmen von großen Betrieben lernen?

Personalentwicklungsmaßnahmen dürfen nicht mit der Gießkanne und mit dem Prinzip Hoffnung eingesetzt werden. Sie müssen langfristig, im Rahmen einer Personalentwicklungsstrategie verankert sein. Hier können mittelständische Unternehmen sicher von großen Betrieben lernen.

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